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Leitfaden zur Erstellung eines Storyboards für Erklärfilme

Ein Erklärfilm hat zum Ziel (komplexe) Inhalte in einem kurzen Video möglichst einfach, verständlich und trotzdem sachlich korrekt darzustellen. Bevor man ein solches Video erstellt, sind allerdings einige Schritte und Überlegungen notwendig. Dieser Leitfaden erläutert die klassische Variante bei der Erstellung. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten oder Varianten. Auch wenn es am Anfang etwas viel erscheint, lassen Sie sich nicht entmutigen und probieren Sie einfach die einzelnen Schritte einmal aus.

Schritt 1: Grobkonzept

Das Grobkonzept beschreibt kurz die Lernziele und Inhalte des zu erstellenden Erklärfilms. Es gibt einen guten Überblick über das geplante Projekt, den Zeit- und Kostenaufwand, den Stil, die Dauer des Videos usw.

Rahmen stecken / Planung

  • Nehmen Sie sich Zeit für die Planung. Es hilft immer die Idee ein bisschen reifen zu lassen, denn Änderungen können im Nachhinein aufwendig werden.
  • Überlegen Sie sich das Thema. Was genau will ich erklären?
  • Stellen Sie sich die Frage, wer genau Ihre Zielgruppe ist? Wie ist der Wissensstand der Zielgruppe? Warum ist das Thema für diese interessant? Was sollen die Zuschauer am Ende mitnehmen?
  • Ideen sammeln – Brainstorming: Lassen Sie sich von anderen Videos inspirieren, ohne diese zu kopieren. Es gibt im Internet jede Menge kreativer Videos zu Erklärfilmen. So können sie Ihre eigene Kreativität beflügeln.
  • Konzentrieren Sie sich auf Kernaussagen. Man kann manchmal nicht alles erklären. Und bevor Sie ein zu langes Video erstellen, produzieren Sie lieber mehrere kurze Videos. Dort können Sie sich den einzelnen Themen dann genauer widmen und werden mit jedem Video besser.

Beispiel Grobkonzept

Link kommt

Schritt 2: Feinkonzept

Im Feinkonzept werden die zu erklärenden Fakten genauer ausgeführt. Dies können Sie am besten durch das Erstellen eines prägnanten Texts und dem Definieren der zu zeigenden Bilder erreichen. Mit präzise Zeitangaben, Längen und Anweisungen, ähnlich einem Drehbuch. Sie haben es später einfacher, wenn Sie versuchen die Angaben so exakt wie möglich zu gestalten. Dann wissen Sie auch wie lang der Film am Ende wird. Text und Bild sollte von den Längen her zusammenpassen. Eine sich ständig ändernde Bildpassage, ohne mitlaufenden (gesprochenen) Text, wirkt unpassend. Etwas fehlt. Beides bedingt sich gegenseitig, versuchen Sie daher diese Elemente aufeinander abzustimmen. Das gelingt am besten durch Ausprobieren, also keine Scheu. Wenn Sie sich für Grafiken entscheidend, aber diese nicht selbst erstellen, ist es sehr hilfreich sich eng mit dem/der Grafiker*in auszutauschen. Dadurch können Sie mögliche Zusatzkosten vermeiden und die Erstellung der Grafiken geht dann meistens auch schneller.

Das bringt uns zur Auswahl des Stils. Diesen sollte man sich auch frühzeitig überlegen.

Stile

  • Whiteboard-Animation: Hier wird der Film im Bild “live” gezeichnet – entweder per Hand, mit Animationen oder mit Tricktechniken. Der Film wirkt dabei wie auf einem Whiteboard geschrieben.
    • Wirkt in der Regel kindlich. Senkt durch den selbstgezeichneten Stil die Hemmschwelle und kann dadurch auch komplexe Themen einfach vermitteln.
  • Legetrick: Die Objekte des Films sind (hand-) gezeichnet und separat beweglich. Eine Hand bewegt die Objekte, legt neue hinzu und nimmt bestehende weg oder ordnet alles neu an. Immer passend zum Text.
    • siehe Whiteboard-Animation
  • Icon / Comic Style: Hier wird das Gezeigte durch vereinfachte grafische Darstellungen, zum Beispiel Icons oder Piktogrammen illustriert. Das Erklärte wird in der Regel auf die wichtigsten Infos heruntergebrochen. Eignet sich hervorragend, um Zahlen, Daten und Fakten zu visualisieren.
    • Wirkung hängt stark von dem Stil der Piktogramme ab. Kann sehr seriös und clean sein, aber auch sehr kindlich.
  • Im ähnlichen Comic Style: hier geht das Video mehr in Richtung eines Zeichentrickfilms. Der Übergang vom Icon-Stil zum Comic-Style ist fließend. Dies kann sehr aufwendig werden. Je mehr Bewegung im Bild ist, desto aufwendiger wird das Video.
    • Die Wirkung hängt wieder vom Stil des Comics ab. Sehr bunte und verspielte Stile können unseriös wirken. Kann wie Legetrick und Whiteboard-Animation Erklär-Hemmschwelle senken.

Beispiele für Videos

Erklärvideo Werbungskosten Stil: Legetrick

Erklärvideo Kühlbox Stil: Legetrick

Erklärvideo Wasserkreislauf Stil: Icon-Stil

Erklärvideo Phishing Mail Stil: Icon und Comic Style

Script

  • Mit Voiceover (eingesprochener Text) oder ohne? Dies sollte man früh überlegen, es trägt nämlich viel zum Aufbau des Videos bei. Ein Voiceover ist üblich, da Bild und gesprochener Text sich dann gegenseitig unterstützen. Der Zuschauer kann auch mal eine Sekunde wegschauen ohne etwas zu verpassen, da der gesprochene Text durch das Video leitet. Wenn Sie kein Voiceover verwenden wollen, sollten sie die Informationen durch Texteinblendungen vermitteln. Sie machen es sich einfacher, wenn Sie dies beim Gestalten der Bilder und Grafiken frühzeitig berücksichtigen.
  • Ein Zuschauer kann einer Geschichte mit Spannungsbogen besser folgen als nur einer mit reinen Fakten. Ein typischer Spannungsbogen könnte mit der Präsentation des Problems beginnen, am besten an einem Beispiel, das der Zuschauer selbst erlebt hat. Darauf folgen Problemlösebeispiele, die man vielleicht selbst schon ausprobiert hat, aber eigentlich nicht funktionieren. Und schließlich, als Hauptteil der richte Problemlöseweg. Als Abschluss wird dann kurz zusammengefasst, was man jetzt gelernt bzw. geschafft hat.
  • Verschiedene Fragen, die helfen:
    • Was ist das Problem, warum ist es wichtig, dieses Thema anzugehen?
    • Welche Fehler macht man normalerweise, weshalb taucht das Problem überhaupt auf?
    • Was ist die richtige Lösung für das Problem?
    • Wie sieht diese Lösung genau aus?
    • Welche (positiven) Konsequenzen ergeben sich daraus?
    • Call to action: Was soll der Betrachter als nächstes tun?
    • Zum Abschluss: Was hat der Zuschauer jetzt genau gelernt?
  • Am angenehmsten für Zuschauer sind klare, kurze Sätze mit ein bis zwei Aussagen/Fakten pro Satz. (Der Zuschauer hat den Text schließlich nicht vor Augen)
  • Man sollte die wichtigen Informationen am Anfang des Satzes, nicht am Ende unterbringen. So ist mehr Zeit für die Visualisierung.
  • Wenn Sie die Sprache an die Zielgruppe und den Zweck des Videos anpassen, haben Sie es leichter. Handelte es sich um Fachpublikum, dürfen durchaus viele passende Fachbegriffe fallen. Richtet sich das Video an alle, oder an Anfänger, wäre normale Sprache zu empfehlen. Erklärt das Video eher wie eine Anleitung eine Vorgehensweise, so wäre einfache Alltagssprache vermutlich passend.
  • Versuchen Sie Ausschweifungen zu vermeiden und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Immer daran denken: Fast alles, was genannt wird, sollte auch in irgendeiner Form gezeigt werden.
  • Das Video sollte so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig gehalten werden. Nach zwei bis drei Minuten nimmt das Interesse des Zuschauers in der Regel massiv ab. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man innerhalb der ersten 10 Sekunden die Hälfte der Zuschauer verliert. Es ist also wichtig das Thema auf den Punkt zu bringen. Um die Zeit abzuschätzen sollte man den Text laut vorlesen und dabei die Zeit stoppen und  anschließend auf 5 Sekunden aufrunden. Damit erhält man eine gute Einschätzung, wie lang das Video werden könnte.
  • Auf keinen Fall sollte man versuchen etwas zu beschleunigen oder schneller zu sprechen um Zeit einzusparen.

Beispiel und Vorlage für ein Script

Schritt 3: Storyboard

  • In einem Storyboard wird das Script visualisiert
  • Wir empfehlen die Visualisierung direkt auf Papier oder zum Beispiel mit Powerpoint
  • Die Visualisierung sollte mit dem Grafiker zusammen bestimmt werden. Es nützt nichts, wenn man sich einen Hollywood-Streifen ausgedacht hat, der im Zeit- und Geld-Budget nicht realisierbar ist. Behalten Sie daher die Realisierbarkeit immer im Auge. Sie sollte zusammen mit dem ganzen involvierten Team geklärt werden
  • Ziel eines Storyboard ist es, den Ablauf anhand von Momentaufnahmen zu zeigen
  • Welche Bilder sind geeignet und wie kann ich die Fakten gut visualisieren?
  • Auswahl passender Musik, Sounds, Sprechertexte

Beispiele für ein Storyboard

Vorlage für die Erstellung eines Storyboards

Ansprechpartner*innen

Bei Fragen und Unterstützung rund um das Thema Erklärfilme wenden Sie sich an
studiumdigitale – Medienproduktion
Gregor Brinkmeier, Dr. Sarah Voß-Nakkour
medienproduktion@studiumdigitale.uni-frankfurt.de

Aktualisiert am 27. Juli 2020

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